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Stürmische Zeiten - Stormy times

English Version below!

 

Mit Wetter bedingten Überraschungen muss man bei einem Outdoorshooting rechnen. Ein Shooting an der Nordseeküste bei Windstärke 7 bis 9 erlebt man aber nicht jeden Tag.

 

Zusammen mit Bodo, einem befreundeten Fotografen, und dem belgischen Profimodel Khiara, war ein Shooting an der niederländischen Küste geplant. Es sollte ein Shooting in den Dünen im Stile der 60er Jahre werden. Als Location wählten wir auf Zeeland den Strand Neeltje Jans. Um die verschiedenen Lichtsituationen zu nutzen, sollte dienstags  in den Abendstunden und mittwochs in den Morgenstunden fotografiert werden. Je näher wir dem Termin kamen, desto mehr einigten sich sämtliche Wetter Apps, dass das Wetter mit Windstärken von 7 bis 9 eine Herausforderung darstellen könnte. Und sie behielten recht, pünktlich zum Dienstag schlug das Wetter um. Es begann mäßig zu regnen und vor allem zu stürmen. In der Hoffnung auf Wetterbesserung am Mittwoch, wurde für Dienstag ein Plan B entwickelt. Letztlich bekamen wir Hilfe von JJ, einem lokalen Fotografen, der uns spontan und selbstlos eine Halle für eine Ersatzshooting zur Verfügung stellte. Mein Dank geht auch an Hans-Georg, der den Kontakt herstellte. So konnten wir den Abend nutzen, um mit Langzeitbelichtungen und Delaytechnik zu experimentieren. Die ganze Hoffnung ruhte nun auf dem Mittwoch!

 

Doch unsere Hoffnung wurde enttäuscht. Der Sturm hatte noch zugenommen. Ein erster Test am Domburger Strand verheißte nichts Gutes. Der Sand peitschte dermaßen über den Strand, dass man kaum die Augen offen halte konnte. Trotzdem wollten wir nicht aufgeben und machten uns auf zur geplanten Location! 

 

Doch was uns hier erwartete, erinnerte mich an einen schlechten Film. Der vom Inland kommende Sturm, trieb soviel Sand vor sich her, dass man das Gefühl hatte, einem Sandstrahlgebläse ausgesetzt zu sein. Fotografieren war hier unmöglich. Doch aufgeben, wollten wir nicht. Wir suchten noch einen Weiteren Strandabschnitt vergeblich aus, bis wir eine Stelle im Windschatten gefunden hatten, in der wir versuchen wollten, ein Shooting umzusetzen. Die Idee war nun, aus der Not eine Tugend zu machen und den Sturm für dramatische Aufnahmen mit wehenden Stoffen zu nutzen . Reduktion war nun angesagt: Man musste sich vorher für ein Objektiv entscheiden. Ein Objektivwechsel wäre für die Kamera auf Grund des Sandsturms sicherlich tödlich. Ein kleine Softbox, die so gerade noch zu halten war, sollte für das Licht sorgen. 

 

Bodo und ich wechselten uns ab. Einer fotografierte, der andere musste die Softbox halten. Ein ganz schön schwieriges Unterfangen bei den Windverhältnissen. Doch die schwerste Arbeit musste sicherlich Khiara, unser Model leisten. Aufrecht stehend im tiefen Sand, meistens auf Zehenspitzen bei böigem Wind der Stärke 7 bis 9. Allein die Augen bei dem Flugsand offen zu halten, ist schon eine großartige Leistung. Ein ganz großes Lob an Khiara. Chapeau! Ihren Kommentar zu dem Shooting könnt ihr gerne hier lesen.

 

Was ist die Lehre aus dieser Geschichte? Selbst wenn es ausweglos erscheint, dass man aus dieser Situation noch etwas Gutes ziehen kann, man sollte versuchen, das Beste daraus zu machen. Ohne den Sturm wären die Aufnahmen gar nicht entstanden, oder nicht so eindrucksvoll geworden. Einer der Prinzipien der Shaolin Mönche ist: "Lebe im Hier und Jetzt, ohne den Moment zu bewerten." ...und mache das Beste draus!

 

 

 


 

Die Bedingungen...!



 

 

English version!

 

You have to expect surprises due to the weather during an outdoor shooting. A shooting on the North Sea coast with wind force 7 to 9 is not something you experience every day.

 

Together with Bodo, a photographer friend of mine, and the Belgian professional model Khiara, a shooting at the Dutch coast was planned. It should be a shooting in the dunes in the style of the 60s. As location we chose the beach Neeltje Jans on Zeeland. To make use of the different light situations, the shooting was to take place in the evening on Tuesdays and in the morning on Wednesdays. The closer we got to the date, the more all weather apps agreed that the weather with wind forces from 7 to 9 could be a challenge. And they were right, the weather changed just in time for Tuesday. It started to rain moderately and above all to storm. In the hope of better weather on Wednesday, a plan B was developed for Tuesday. Finally we got help from JJ, a local photographer, who spontaneously and selflessly provided us with a hall for a replacement shooting. My thanks also go to Hans-Georg, who made the contact. So we could use the evening to experiment with long exposures and delay technique. All hope now rested on Wednesday!

 

But our hope was disappointed. The storm had even increased. A first test on the Domburg beach did not promise anything good. The sand whipped over the beach in such a way that one could hardly keep one's eyes open. Nevertheless, we didn't want to give up and set off for the planned location! 

 

But what awaited us here reminded me of a bad film. The storm coming from the inland, drove so much sand in front of us that one had the feeling of being exposed to a sandblaster. Photography was impossible here. But we did not want to give up. We searched in vain for a further section of beach until we found a spot in the lee of the beach where we wanted to try to do a shooting. The idea now was to make a virtue out of necessity and use the storm for dramatic shots with blowing material. Reduction was now the order of the day: you had to decide on a lens beforehand. A change of lens would certainly be fatal for the camera due to the sandstorm. A small softbox, which could be held so barely, was to provide the light. 

 

Bodo and I took turns. One of us took pictures, the other had to hold the softbox. Quite a difficult task with the wind conditions. But the hardest work was surely done by Khiara, our model. Standing upright in the deep sand, mostly on tiptoe in gusty winds of force 7 to 9. Just keeping the eyes open in the drifting sand is a great achievement. A very big praise to Khiara. Chapeau! Here comment can be read here.

 

What is the lesson from this story? Even if it seems hopeless that you can still get something good out of this situation, you should try to make the best of it. Without the storm, the shots would not have been taken at all, or they would not have been so impressive. One of the principles of the Shaolin monks is: "Live in the here and now, without judging the moment." ...and make the best out of it!

 

 

 



Letztendlich noch ein paar Fotos unseres Ersatzshootings am Tag vorher in einer Industriehalle. Es sind u.a. Ergebnisse aus Experimenten mit Langzeitbelichtungen und Delaytechnik. Bei der Delaytechnik habe ich die entstandene Transparenz bewusst in den Bildern gelassen, so wird klar, dass es sich nicht um Photoshopmontagen handelt. Bei der Delaytechnik wurden drei Blitze mit nacheinander mit einer vor eingestellten Verzögerung abgeblitzt Für unsFotografen war faszinierend, wie unser Model Khiara mit ihren virtuellen Doublen spielte. Viel Zeit blieb ihr dafür nicht. Die drei Figuren mussten in 3 bis 5 Sekunden. Chapeau!

 

English version!

 

Finally, a few photos of our replacement shooting the day before in an industrial hall. They are among other things results of experiments with long time exposures and delay technique. With the delay technique I deliberately left the transparency in the pictures, so it becomes clear that they are not Photoshop montages. With the delay technique three flashes were fired one after the other with a pre-set delay. For us photographers it was fascinating how our model Khiara played with her virtual doubles. She did not have much time for that. The three figures had to be played in 3 to 5 seconds. Chapeau!