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Wie die Fotografie mein Leben veränderte...

Die Herausforderung Oma wach zu halten.

Die erweiterten Möglichkeiten auf Grund technischer Innovationen waren der Garant dafür, dass das Hobby für mich interessant blieb. Und natürlich blieb es nicht bei der Canon FTB, sondern von meinem Schwiegervater „erbte“ ich eine Olympus OM2. Eine Kamera, die ihrer damaligen Zeit voraus war. Sie verfügte zum Beispiel als erste Kamera überhaupt über eine TTL Blitzsteuerung. Ohne entsprechende Erfahrung waren bis zu diesem Zeitpunkt die Ergebnisse von Bildern mit Einsatz eines Blitzes eher Zufallsprodukte. Mit dieser Technik steuerte die Kamera erstmalig die für die Aufnahme notwendige Lichtmenge auch bei Einsatz eines Blitzes.

 

Nun kam auch langsam Farbe ins Spiel. Prints waren für mich immer noch recht kostspielig. Das lag nicht an der Entwicklung der Filme, sondern vielmehr an den Kosten für die Abzüge. So kristallisierte sich der Diafilm als willkommene Alternative heraus.

 

Die Herausforderung war, Diaabende zu gestalten, an denen meine Oma nicht einschlief. Warum?

 

Mit Grausen muss ich nämlich an die Abende denken, an denen die Familie endlos erscheinende Diavorträge über sich ergehen lassen musste. Hunderte von Dias aus dem letzten Urlaub wurden von meinem Vater präsentiert. Alle Bilder, die eine gewisse Schärfe hatten, wurden auch gezeigt und in allen Einzelheiten erläutert. Nicht, dass man mich falsch versteht, die Bilder waren nicht schlecht, jedoch einfach zu viele. Meistens nach einer mehr oder weniger schweren Mahlzeit, die für sich betrachtet, einen schon in eine Art Koma versetzte, wurde der Projektor und die Leinwand aufgebaut und anschließend die Fenster verdunkelt.

 

Das war das Startzeichen für meine Oma, die Augen zu schließen. Nein, nicht für immer, sondern nur für die Laufzeit des Diavortrages. Leider schlief sie nicht geräuschlos. So erntete sie einige missfallende Blicke des Vortragenden, der die fehlende Aufmerksamkeit persönlich nahm. Nun gut, wir anderen entwickelten eine Technik, mit offenen Augen zu schlafen. Wir begaben uns selbst in eine Art Wachkoma. Das geht und im Dunkeln fällt es kaum auf, dass die Augen nicht schauen, sondern starren.

 

Aber nochmal, die Bilder waren gar nicht schlecht, aber es gibt Untersuchungen, dass auf Grund der Hell- und Dunkelphasen, denen man bei Diavorträgen nun mal ausgesetzt ist, mehr als hundert Bilder unverträglich werden. Ob der Vortrag nun interessant ist oder nicht, man ermüdet zwangsläufig.

 

Mein Trick, um Oma bei meinen Diavorträgen wach zu halten, war: Vertonte Überblendtechnik.