Wie die Fotografie mein Leben veränderte...

Meine erste Kamera – Gevabox von Gevaert

Meine erste Kamera war eine Mittelformatkamera. Dies klingt jetzt ziemlich angeberisch, nicht wahr? Jedoch war dies in den 60er Jahren nichts Außergewöhnliches. Die Kleinbildkameras kamen gerade erst als der letzte Schrei auf den Markt. Mein Stolz war nun eine Gevaert Gevabox für einen 6*9 Rollfilm. Zwei Verschlusszeiten hatte ich zur Verfügung, nämlich 1/30 und den Bulb Modus. Die Kamera war also mehr oder weniger nur für statische Motive geeignet. Ganz stolz nahm ich die Kamera zu unseren obligatorischen Schulausflügen auf die Insel Langeoog mit. Jedoch bei dieser Verschlusszeit gelang es mir nicht einmal unsere Klassenlehrerin bei Wanderungen in ihrer unnachahmlichen schnellen Gangart scharf abzubilden. Drei Blenden standen mir zur Verfügung, nämlich f8, f11, f16. Bokehs waren damit eher nicht zu erzielen. Ach ja, nicht zu vergessen, dass man die Kamera in einem Porträt-, oder Landschaftsmodus betreiben konnte. Dahinter steckte jetzt nicht unbedingt eine technische Raffinesse als die Tatsache, dass man die Kamera hochkant und im Querformat nutzen konnte, weil man zwei Okulare zur Verfügung hatte.

Gefüttert wurde die Kamera mit einem Rollfilm Typ 120, einem Schwarzweißfilm. An Farbbilder war damals auf Grund der hohen Kosten nicht zu denken. Und die Ausbeute ließ mit acht Bildern pro Film bei dem 6*9 Format meiner Kamera auch zu wünschen übrig. Da musste man sich schon genau überlegen, was man wie fotografieren wollte.