Wie die Fotografie mein Leben veränderte

Wie alles anfing...

Mein Onkel Bruno und der kleine Cornel
Mein Onkel Bruno und der kleine Cornel

Geboren wurde ich 1954 in einem alten Bahnhaus in Wissen an der Sieg. Was das mit meiner Leidenschaft dem Fotografieren zu tun hat?

 

 

Als Kleinkind übernachtete ich häufig in dem Zimmer, in dem ich geboren wurde. Es war das Haus meiner Großeltern. Das Zimmer war dunkel, kalt und ungeheizt. Wie Schlafzimmer nun mal waren. Nur ein kleines Fenster erhellte des Nachts das Zimmer durch einen schwachen Schein der gegenüberliegenden Straßenlaterne. Das Plümo des riesigen Bettes war aus Leinen und hatte die Kälte der Umgebung angenommen.  Aber es war riesig und so konnte ich mich unter diesem Riesenteil gut vergraben und durch meine Körperwärme eine angenehme Umgebungstemperatur erzeugen. Nun war es nicht selten, dass sich seltsame Dinge in dem etwas unheimlichen, dunklen Zimmer abspielten. Während ich unter dem riesigen Berg an Daunen verschwunden war, öffnete sich nicht selten mit leisem Knarren, die schwere Holztür dieses Zimmers. Irgendetwas huschte auf leisen Sohlen durchs Zimmer. Und wieder knarrte eine Tür. Diesmal war es die Tür des Wäscheschranks. Seltsame nicht identifizierbare Geräusche waren aus dem Schrank zu vernehmen. Und wieder dieses knarrende Schranktür- und abschließend das Zimmertürgeräusch. Dann war Ruhe.

 

Solche Ereignisse fanden in unregelmäßigen Abständen immer wieder statt. Wenig später wurde das Geheimnis durch meinen Lieblingsonkel gelüftet. Dieser war nämlich begeisterter Hobbyfotograf, der seine Filme immer selbst entwickelte. Da er keine Tageslichtentwicklerdose besaß, musste er sich immer eine absolut dunkle Stelle suchen, um den Film in die Entwicklerdose zu fädeln. Der Schrank in der Dunkelheit meines Zimmers schien ihm dafür am Geeignetsten zu sein.

 

Dieses Erlebnis war so prägend, dass das Interesse an der Fotografie geweckt wurde und mich bis heute nicht mehr los lies. Aufgrund der Digitalisierung bleibt es mir heute glücklicherweise erspart, in dunklen Schränken rum zu kriechen.

 

Fortsetzung folgt...